Harriet’s

Spionage aller Art

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Bundesweite Geschwindigkeitsbegrenzung praktisch umgesetzt

So, heute fahre ich wieder immer unter 130 km/h. Eigentlich fahre ich unter 40 km/h, auch auf der Autobahn. Weil eh Stau ist, jeden Montagmorgen. Wo gibt es das eigentlich, freie Fahrt für freie Bürger? Um Mitternacht zwischen Köln und Bonn? Dreispurig auf der A3 aus Frankfurt kommend? Auch nur im dunkeln, nachts, wenn man schläft. Ich schaffe es selten über 120 km/h bei Tageslicht und in bewohnten Gebieten. Also, wo ist das Problem. Praktisch setzen die Bürger die Geschwindigkeitsbegrenzung, die gedachte, doch aktiv um. Tagtäglich. Also, warum ist das ein Politikum?

Übrigens, wenn man mal schneller fahren könnte, nachts, dann wird man garantiert geblitzt auf freier Autobahn. Nun, wer trotz alledem gerade in diesem Moment was zu lachen haben möchte, der sollte hier in die Woche starten!

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Die Achillesferse

Da steht der Herr Beck von der SPD vor dem Problem, wie soll er heraustreten aus dem übermächtigen Schatten von Angela Merkel. Die Kanzlerin macht ihren Job so, dass die Menschen in Deutschland, die bürgerliche Parteien wählen, kaum darüber nachdenken werden, sie nicht zu wählen. Und selbst die Kritiker ihrer Politik äußern sich wohlwollend über ihre Person. Was also kann der arme Herr Beck machen, um da an Profil zu gewinnen? 

Er hat es sowieso schwer. Manchmal wünscht man sich noch mehr Typberatung für Politiker, entschiedenes Coaching für Auftreten und Stil. Nun denkt Herr Beck vielleicht, dass Angela Merkel ja auch nicht gerade eine Stilikone ist und ihre Frisur eine wahre Witzwelle in Deutschland auslöste. Aber, das könnte er von ihr lernen, sie hat ganz allmählich ihre Mankos umrahmt, vom Zweiteiler zur Walz-Welle, langsam hat sie einen Stil gefunden.

Aussehen ist nicht alles, denkt sich der Herr Beck vielleicht – aus gutem Grunde, der ist optisch wirklich kein Sympathieträger – also schafft er mit Reizthemen den Spung in die Öffentlichkeit. Die älteren Arbeitslosen werden ihm dankbar sein, die Autofahrer, die freie Fahrt für freie Bürger wünschen, wohl weniger. Egal, auf die Titelseiten bringt er es mit seiner Ego-Show allemal und Herr Müntefering ist es ja eh gewohnt, sein Fett parteiintern abzukriegen.

Ob Herr Beck eine Alternative zu Frau Merkel werden kann, das wage ich zu bezweifeln. Die SPD hat eigentlich niemand … und wird die Geister nun nicht mehr los, die sie selbst mit auf den Thron gehoben hat. Aber vielleicht schafft es die Sozialdemokratie ja, statt nach der medienwirksamen Achillesferse von Frau Merkel zu suchen, sich auf politische Werte ihrer Partei zu besinnen und ganz einfach gute Politik zu machen, selbst mit dem Risiko, dafür auch mal mit einem Machtverlust bestraft zu werden. Sich selbst treu zu bleiben ist schwierig – besonders in der Politik, das leuchtet mir zwar ein, ist aber keine Entschuldigung für profiloses Machtfesthalten. 

Die Antwort kann aber wohl kaum lähmender Einheitsbrei sein. Das hat Frau Merkel längst verstanden und hat ihre Highlights längst gesetzt. Und, ganz ehrlich, ich wollte zwar nie von der CDU regiert werden, stelle jetzt aber erstaunt fest, ob Herr Schröder oder Frau Merkel, das macht wirklich keinen fühlbaren Unterschied. Wenn jetzt bei der SPD kein Mut für wahre Inhalte und politische Wagnisse für unser Land kommt, der sich vom Personenkult abhebt, dann hat Frau Merkel große Chancen noch sehr lange für Deutschland zu reisen.

Nutella gegen Schwermut

Heute morgen bin ich wach geworden und habe gedacht: Ich wäre so gerne Millionärin … dann bliebe mir so vieles erspart. Ob ich dann glücklicher wäre? Ja, weil ich nie mehr – mehr oder weniger entsetzt – meinen Kontostand angucken müßte.

Nun, heute ist einfach einer dieser Tage an denen ich glaube, wäre ich Millionärin, wäre ich ganz einfach glücklicher. Darauf esse ich jetzt ein Mehrkornbrötchen mit sehr dick Nutella oben drauf, dann klappt es auch wieder mit realen Gedanken und meine Stimmung steigt danach auch ohne Millionen, Schokoladenusscreme sei Dank!

Die Schlinge um des Kopierers Hals

Das geht gar nicht! Artikel kopieren und an anderer Stelle ohne Quellenangabe veröffentlichen, sich mit Artikeln anderer schmücken und damit auch noch – wie wenig oder viel auch immer – Geld zu verdienen. Aber, und das ist das, was mich daran stört, warum muß Stefan Niggemeier seinen Blog dafür nutzen, einen kleinen Dieb, einen völlig unbedeutenden Menschen an den Pranger zu stellen und mit Vor- und Zunamen der gemeinschaftlichen Lächerlichkeit preis zu geben. Das bedeutet für den Herrn, dass er auf immer und ewig diskreditiert ist, seine Karriere – falls er eine solche je machen würde – als Journalist ist für immer beendet und auch für sonstige Bewerbungsgespräche ist der Internetleumund vernichtet. Aus und vorbei – mit dem Namen kann man nicht nur im Netz keinen Blumentopf mehr gewinnen, das Foto wird dann auch gleich mitgeliefert.

Empörung für das, was sich dieser Mann und das entsprechende Portal geleistet hat, ist das eine, aber rechtferigt das diese Mittel? Ausgerechnet Stefan Niggemeier, der weiß, welch Endgültigkeit eine Leumundsschädigung (man denke an einen Teil seiner Arbeit, den BILDblog) hat, greift zu dieser Form? Ich glaube, als Chef-Kritiker der BILD-Zeitung sollte man selber einfach mit stilvolleren Mitteln ins Feld ziehen. Einfach um zu zeigen, dass man auch anders mit Menschen umgehen kann … ganz egal, was diese getan haben. Artikelkopieren ist schlimm, aber haben wir – ich nehme uns alle da mal mit ins Boot – nicht auch eine Verpflichtung, uns besser zu benehmen, als die, die wir kritisch betrachten?

Quellensuche zum Tag der Einheit

Ich bedanke mich bei ruhrpottperle für den Hinweis auf einen Mond, der seine Quellen benennt. Ähnlichkeiten mit Sternen und ähnlichen titanischen Texten sind in meinen Augen beabsichtigt und nicht rein zufällig. Der Humor des Mondes erinnert mich an sprachwitzige Zeiten, als man noch zuhörenlesen und mitdenken mußte, wenn man Satire serviert bekam. Heute wird ja leider desöfteren mit der Lachkonserve vorgelacht.

Dunkel war’s, der Mond schien helle …

Deutscher Depeschendienst unter Doppelbeschuß von Robin Niggemeier

Gerade hat man die erste „Ungeheuerlichlichkeit“ gelesen, verdaut und sich eine Meinung dazu gebildet, da folgt schon der Nachschlag. Das Prinzip „zwei Mal ist besser als ein Mal“ ist ein beliebtes Mittel bei Herrn Niggemeier.

Was ist passiert? Nun, der ddp hat offensichtlich gegen die eigenen Grundsätze verstoßen! Obwohl, das ist doch etwas Alltägliches im Mediengeschäft, dafür gibt es unzählige Beispiele bei jeder Zeitung und/oder Agentur. Aber lieber zum Fall zurück: Die bei ddp haben also nicht ordentlich recherchiert, haben ausgerechnet von der Bild-Zeitung Dinge als Tatsachen übernommen und, darum geht es im Nachschlag, eine Demonstration klein geschrieben, konsequent, obwohl die Zahlen selbst von der Polizei längst korrigiert waren. Das ist schlimm, aber das kann passieren. Wenn zum Beispiel die falschen Menschen Dienst haben oder die Aufmerksamkeit auf die einzelne Nachricht nachgelassen hat, weil es so viele Nachrichten jeden Tag gibt – Journalisten sind doch immer überarbeitet, die Armen – oder weil die Agentur unterbesetzt ist oder weil Irgendwer einen Fehler gemacht hat. Also normaler Alltag, der mit einer einfachen Entschuldigung erledigt werden könnte.

Nun haben sich aber Leser beschwert und die kriegten dann Antworten vom Stellvertreter des Chefredakteurs, ein Mann namens Rainer Höhling, und der scheint die eigenen Grundsätze wirklich nicht gelesen zu haben und vergreift sich konsequent im Ton. Das ist wirklich tragisch, denn die pfiffigen Leser, die solche Antworten bekommen, ziehen Stefan Niggemeier ins Vertrauen und der waltet seines selbstgefundenen Amtes als eine Art Robin Hood der Printmedienleserschaft. Wo wahres Unrecht geschieht ist er flugs zur Stelle und schiesst mit seinen Worten immer rein in die böse Schar von Pressebeschäftigten, die fehlerhaft arbeiten. Auf die Dauer ein sehr anstrengender Job, weil ja, das ist bekannt, wo Menschen am Werke sind, Fehler passieren.  In diesem Fall aber hat er Glück. Rainer Höhling ist ein phantastischer Gegenpol, denn dieser ist so herrlich selbstverliebt und unfähig, einen Fehler einzuräumen, dass Herr Niggemeier ordentlich viele Treffer landen kann. Allerdings, und da trifft Robin Hood auf Dr. Jekyll & Mr. Hyde, benützt Robin Niggemeier soviel Satzbeschußmittel aus der unteren Schublade, dass ich schlußendlich die Frage stelle, würde Robin Niggemeier bei Fehlern ertappt, würde er sich nicht ähnlich ungeschickt verhalten wie Herr Höhling? Ich fürchte ja, wenn ich mir seine Reaktionen auf den einen oder anderen kritischen Kommentar in seinem Blog so anschaue, Kritik einstecken gehört einfach nicht zu seinen Stärken. Aber, das muß man Herrn Niggemeier zugute halten, er hat keine gegensätzlichen „Grundsätze“ in seinem Blog veröffentlicht, er ist sozusagen vogelfrei und kann sich diese Achillesferse in seinen Augen leisten, ist ja schließlich sein Blog und so weiter. Zusammenfassend gesagt, was ist also passiert? Nichts außer einem Schlag ohne Abtausch!

Dann kriegt Reuters auch noch einen ab: Nächtens veröffentlicht Herr Niggemeier ein Symbolfoto rund um eine Urangst der Männer, es geht um den blutigen Angriff eines Küchenmessers auf einen Penis . Ein butterweiches Roastbeef illustriert das Ganze, perfekt passend für die Kategorie: Alle machen Fehler! Nicht lachen jetzt, Empörung ist gefragt!!! 

Anne Will keiner

Wenn Frau Will am Sonntagabend auf dem Bildschirm dezent begrüßend lächelt, zappen rund 3 Millionen weg, also mal fernsehdeutsch gesagt, die Quoten gehen in den Keller. Woran mag das liegen? War Frau Christiansen etwa so viel besser oder nur blonder? Nein, ich persönliche glaube, der englische Sonntagskrimi im Zweiten ist des Rätsels Lösung, denn der ist in der Regel spannender, als der gepflegte Polittalk nach dem Tatort. Zweimal Krimi am Abend, das stärkt für die neue Woche, denkt sich der Zuschauer und irgendwie gehöre ich auch dazu. Mir hängen diese „Was sagen Sie denn dazu, dass … „-Runden mit geschniegelten Herren und beineüberschlagenden Damen – diese, das gehört sich wohl so, entschieden in der Unterzahl – schon lange zum Hals heraus. Und da ist es mir egal, wer es moderiert – mein persönlicher Sonntagsabendkrimi geht nämlich so: Ich morde um 21:45 Uhr mittels Fernbedienung!