Harriet’s

Spionage aller Art

Archiv für Kunst

Weiße Rosen aus Athen

Nana Mouskouri bekam am 22. September 2007 im Alter von 72 endlich die Platin-Stimmgabel für ihr Lebenswerk.  Ich finde das sehr gerecht, denn seit ich ihr Album „Nana Mouskouri in New York“ gehört habe, ist sie für mich eine ganz besondere Sängerin und nicht mehr nur die Griechin mit der hässlichen Hornbrille und ihrem Hit von 1962 „Weiße Rosen aus Athen“. Von dem tollen Album, auf dem sie in New York unter der Leitung von keinem geringeren als Quincy Jones eine Reihe von Jazz-Standards aufnahm, empfehle ich Jedem mal eine Hörprobe. Warum dieses Album solange in den Schubladen – fast 40 Jahre – schmorte, bleibt unverständlich. Seichte Schlager wurden leider ihr Schicksal, obwohl sie durchaus so etwas wie eine zweite Liza Minelli hätte werden können, die Stimme dazu hat(te) sie allemal. 

Kardinal Meisner und seine braune Weste

Der liebe Gott gibt Niemanden, der an ihn glaubt, automatisch Verstand. Man erwartet als Normalsterblicher nur, dass Kirchenfürsten sich selbigen durch Bildung aneignen, aber auch dafür gibt es keine Garantie. Die Wahl der Worte „entartete Kunst“ zeigt, dass Herr Meissner, der Kardinal, der auch sonst nicht gerade als menschlicher und großherziger Kirchenfürst von sich reden macht, nicht nur von Kunst keinerlei Ahnung hat, sondern auch noch braunen Wörtern zu neuen Schlagzeilen verhilft.

Meisner hatte in seiner Predigt zur Eröffnung des Kölner Diözesanmuseums gesagt, es gebe einen „unaufgebbaren Zusammenhang zwischen Kultur und Kult“. Er sagte im Kölner Dom: „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte.“

Wer so spricht, der hat es nicht verdient, dass Menschen ihm zuhören müssen, wenn sie in die Kirche, in diesem Fall in den Kölner Dom, gehen, um ihren Glauben zu pflegen.

Das Erzbistum verteidigt die sprachliche und geistige Entgleisung trotzdem wacker und spricht gar von Missinterpretationen, ein mutiger und recht dämlicher Schulterschluß mit ihrem Kardinal. Zweifellos sollte die Kirche mehr in die Ausbildung ihrer Führungskräfte stecken – der Glauben allein reicht einfach nicht aus.

Ich empfehle daher wenigstens eine langfristige Weiterbildungsmaßnahme und eine deftige öffentliche Abmahnung für den Kardinal! Wenn es „meine Kirche“ wäre, würde ich sogar eine Entlassung aussprechen, aber ich bin ja nicht der liebe Gott und selbiger kann sich leider auch nicht wehren gegen solche irdischen Vertreter!

Gebastelte Männerträume

Welcher Junge träumt nicht davon, ein guter Seemann zu sein? Wer hat noch nie Papierboote gebastelt und damit die Badewanne unsicher gemacht? Kapitäne der Badewannen, jetzt aber aufgepasst! Ein großer Junge, natürlich auch ein Künstler, der zeigt Euch jetzt, wer ein wahrer Seemann ist. Möge die Pappe halten!