Harriet’s

Spionage aller Art

Archiv für gelesen

Quellensuche zum Tag der Einheit

Ich bedanke mich bei ruhrpottperle für den Hinweis auf einen Mond, der seine Quellen benennt. Ähnlichkeiten mit Sternen und ähnlichen titanischen Texten sind in meinen Augen beabsichtigt und nicht rein zufällig. Der Humor des Mondes erinnert mich an sprachwitzige Zeiten, als man noch zuhörenlesen und mitdenken mußte, wenn man Satire serviert bekam. Heute wird ja leider desöfteren mit der Lachkonserve vorgelacht.

Dunkel war’s, der Mond schien helle …

Der Nigge meiert zum Fernsehpreis – immer wieder einen Neuaufguß

Man stelle sich vor, ein Grimmepreisträger liegt auf dem Sofa, kriegt mehrere SMS direkt vom Austragungsort, hat also Freunde, die da sitzen müssen, was ihm leid tut, denn die langweilen sich da, nicht nur die Freunde, nein auch die Promis, angeblich, ich schwörs. Und dann bloggt er so rum, stundenlang, gönnt der Maria nicht den Nebendarstellerpreis, das ist fies, und ich denke, na gut, lass ihn mal bloggen, er ist Medienjournalist, er wird die Suppe wohl im Salz finden. Naja, auf dem Sofa liegend fällt ihm das sichtlich schwer, für die Fans seiner Schreibe reicht es, die finden es einheitlich toll … dann am Tag danach zeigt er auf dem Blog, dem seinigen noch die Bilder und der Küppersbusch, der sieht alt aus finden die Kommentatoren, was für eine Nachricht. Fünf, sechs Stunden durchgängig ein vorzeigbares, amüsiertes Gesicht machen, das ist Pflicht, das muß so sein. Schadenfreude, wenns so offensichtlich nicht klappt, macht gemeinsam noch viel mehr Spaß, gelle.

Und dann hat er nicht gemerkt, dass das eigentliche Highlight der Auftritt von Johann König war, ach so, den mag er nicht, den Pocher auch nicht, aber den hat er dann doch zitiert. Einige Kommentatoren haben ihn später dann auf den König aufmerksam gemacht und so ziert den Blog vom Niggemeier heute, am Dienstag nach dem Samstag, die Rede vom König … Wort an Wort das, was man eigentlich vom Medienjournalisten erwartet hätte, am Samstagabend vom Sofa aus.  

Weiße Rosen aus Athen

Nana Mouskouri bekam am 22. September 2007 im Alter von 72 endlich die Platin-Stimmgabel für ihr Lebenswerk.  Ich finde das sehr gerecht, denn seit ich ihr Album „Nana Mouskouri in New York“ gehört habe, ist sie für mich eine ganz besondere Sängerin und nicht mehr nur die Griechin mit der hässlichen Hornbrille und ihrem Hit von 1962 „Weiße Rosen aus Athen“. Von dem tollen Album, auf dem sie in New York unter der Leitung von keinem geringeren als Quincy Jones eine Reihe von Jazz-Standards aufnahm, empfehle ich Jedem mal eine Hörprobe. Warum dieses Album solange in den Schubladen – fast 40 Jahre – schmorte, bleibt unverständlich. Seichte Schlager wurden leider ihr Schicksal, obwohl sie durchaus so etwas wie eine zweite Liza Minelli hätte werden können, die Stimme dazu hat(te) sie allemal. 

Last exit Kommentarbremse

Huch, warum ist denn die Kommentarfunktion beim Beitrag „Factually Incorrect” deaktiviert?

Marco — 18. September 2007, 17:45  #

weil’s mir viel stress erspart. ich bitte deshalb auch darum, nicht hier zu dem thema zu kommentieren.

Stefan — 18. September 2007, 17:58  #

@Stefan

Alles klar. 😉

Marco — 18. September 2007, 18:20  #

Stefan Niggemeier schaltet die Bremse ein, um sich Stress zu ersparen. Seine Gegner sind diesmal die  sogenannten Rechtsausleger von PI, diese sind, das ist jedem klar, bei weitem nicht so konsequent schweigsam wie zuletzt Alice Schwartzer, sondern eher Garanten für einen harten Schlagabtausch in den Kommentaren.

Trotzdem, ich bin der Meinung, dass Herr Niggemeier sich entweder die Arbeit machen sollte, seine Kommentare konsequent zu moderieren (das würde so dann und wann auch die Qualität der Diskussion steigern) oder aber  die Kommentare grundsätzlich zuzulassen. Nach eigenem Belieben frei oder gar nicht, dass ist mir irgendwie unsympatisch und riecht nach sehr eigenwilliger Zensur als Mittel gegen Stressbewältigung (s.o.).

Eine Überschrift, über die man reden kann!

Werbung der besonderen Art jetzt bei Stefan Niggemeier. Da kann der staunende Besucher seines Blogs lesen, mit welch innovativen Fragen  „Jungjournalisten“ einen Ex-Absolventen konfrontieren und wirklich ein gelungenes Bild von ihm abliefern. Denkt man zumindest, wenn man es überfliegt. Aber, mal ganz ehrlich, gibt’s was Neues? Ist das ein Interview, das so außergewöhnlich ist, dass man es weiterempfehlen muss?

Ich finde es peinlich, sich im eigenen Blog so offensichtlich beweihräuchern zu lassen. Keine Ecke, keine Kante am Nörgelmeier, an die sich die Jungjournalisten herantrauten. Und das er solche hat, das ist doch offensichtlich. Spätestens nach der einzigen Frage, die uns Neues eröffnet, nämlich die, nach der Vision für den Ruhestand. Soso, die Rosamunde Pilcher-Roman-Variante soll es sein, ach ne, war nur ein Scherz, Cornwall bleibt doch niggefreie Zone.

Sagte ich schon, dass ich einst von der Schülerzeitung des Keplergymnasiums in Tübingen interviewt wurde? Das war sehr gelungen, der Interviewer hat heute zwei Sekretärinnen, ein Reitpferd und ein Segelboot am Ammersee. Ich will Euch deshalb die Essenz nicht vorenthalten. Was ich nach meinem Abitur machen wolle?  Schafe in Neuseeland züchten. Interessant? Ich würde sagen, entschieden mehr Hintergrund über die Interviewte in der Schülerzeitung als in der Abschlußzeitung der Deutschen Journalistenschule.

Außer einer frechen Überschrift, über die man auch noch geteilter Meinung sein kann, ist den jungen Herren nämlich nichts eingefallen, was über den Tellerrand eines Standardinterviews hinausgeht. Guckste hier, weißt Du auch schon das Gleiche.

Widerspruch

Aus aktuellem Anlaß unterbreche ich den Blogalltag und zitiere wortwörtlich den Widerspruch zum Klimadiskurs:

Lieber Stefan Niggemeier,

wir haben in dieser Woche eine Stunde zu diesem Thema telefoniert. Ich habe Ihnen die Sachlage klar erklärt, die Sie hier nun wieder anders darstellen. Dass ist Ihre Sache. Schade nur, das eintrat, was ich Ihnen schon vorher sagte: Dass Sie Ihre Meinung haben – und fertig. Dazu müssen Sie mir nicht eine Stunde am Telefon was vorsülzen. Zur Sache: Sie haben sich vor allem über die, in der Tat und in der Hitze des Gefechts, nicht korrekten Begriffe „Endsieg” und „Totaler Klimasieg” in unserer Rahmstorf-Antwort beschwert. Darüber können wir gerne reden. Und zwar, wenn Sie nicht danach Ihren Kommentar zum Thema mit einem Goebbels-Zitat betiteln. Oder habe ich da Ihre moralische Lufthoheit nicht ins Kalkül gebracht?

Beste Grüsse
Wolf Lotter
(Quelle Kommentar 197)

Das dies ein authentischer Kommentar ist, zeigt der total Widersprechende mit seiner Antwort:

Lieber Wolf Lotter,

wir haben am 5. September telefoniert. Dieser Eintrag ist, wie Sie sehen können, am 4. September entstanden. In der Mail, die ich Ihnen geschickt habe, bevor wir telefoniert haben, war bereits ein Link zu diesem Eintrag.

Was war jetzt nochmal Ihr Vorwurf?

Stefan — 7. September 2007, 12:20 (Quelle: Kommentar 199)

Was soll ich da noch schreiben? Eine Lehrstunde in Journalismus pur ist das, würde ich sagen. Geschichte wird gemacht und wenn sie einmal da ist, dann kommt der Widerspruch … es ist die Meinung, die ich meine, denn mein ist das …  nein die … Richtige? 

Hossa! Wer jetzt nicht widerspricht ist selber schuld!

Ergänzung am 8.09. um 11:42 MEZ: 

Und nicht lange warten, Kommentar 203, schon ist er da, der Nachfragende mit der erstaunlichen Retourkutsche:

Lieber Stefan Niggemeier,

ich nehme zur Kenntnis, wie die Meinungsbildung zu Ihrem Beitrag gelaufen ist. Zuerst schreiben, dann veröffentlichen, einen Tag später eine Mail an einen der Füsilierten schicken mit dem schönen Satz „Ich kann es gar nicht glauben” und den Link der bereits veröffentlichten Geschichte dazu. Das nenne ich mal innovativ, Kollege Niggemeier, jedenfalls teilinnovativ. Karl Kraus, für alle die es interessiert, hat sowas als „Methode Bekessy” bezeichnet. Und wer bin ich, Ihnen
was vorwerfen zu können?
Herzliche Grüsse, Wolf Lotter

Oh … die Spannung steigt! Buchtipp zur Weiterbildung in Sachen Polemik!

Semiprofessionelles Wissenduell

Der ketzerisch aufgemachten „Wollt ihr den totalen Widerspruch“ Rezension einer Klimawandelveröffentlichung durch Stefan Niggemeier folgt ein einmaliges Schauspiel eines Kommentatorenwissensduell, in der die Größen der Physik wie Ping-Pong-Bälle zitiert, interpretiert und herangezogen werden. Manch einer behauptet sich in diesem Kampf, manch einer riskiert ’ne dicke Lippe, manch einer versteht rein gar nichts, aber fast alle sind sich irgendwie einig, man sei zwar irgendwie kein Klimaexperte, aber … oder … und auch noch dies … und das … oder doch vielleicht. Dabeisein ist alles. Blöd für den, der in Physik ’ne Fünf hatte und nur die Keplerstraße kennt. Eine Kommentartorenolympiade der Superlative!