Harriet’s

Spionage aller Art

Deutscher Depeschendienst unter Doppelbeschuß von Robin Niggemeier

Gerade hat man die erste „Ungeheuerlichlichkeit“ gelesen, verdaut und sich eine Meinung dazu gebildet, da folgt schon der Nachschlag. Das Prinzip „zwei Mal ist besser als ein Mal“ ist ein beliebtes Mittel bei Herrn Niggemeier.

Was ist passiert? Nun, der ddp hat offensichtlich gegen die eigenen Grundsätze verstoßen! Obwohl, das ist doch etwas Alltägliches im Mediengeschäft, dafür gibt es unzählige Beispiele bei jeder Zeitung und/oder Agentur. Aber lieber zum Fall zurück: Die bei ddp haben also nicht ordentlich recherchiert, haben ausgerechnet von der Bild-Zeitung Dinge als Tatsachen übernommen und, darum geht es im Nachschlag, eine Demonstration klein geschrieben, konsequent, obwohl die Zahlen selbst von der Polizei längst korrigiert waren. Das ist schlimm, aber das kann passieren. Wenn zum Beispiel die falschen Menschen Dienst haben oder die Aufmerksamkeit auf die einzelne Nachricht nachgelassen hat, weil es so viele Nachrichten jeden Tag gibt – Journalisten sind doch immer überarbeitet, die Armen – oder weil die Agentur unterbesetzt ist oder weil Irgendwer einen Fehler gemacht hat. Also normaler Alltag, der mit einer einfachen Entschuldigung erledigt werden könnte.

Nun haben sich aber Leser beschwert und die kriegten dann Antworten vom Stellvertreter des Chefredakteurs, ein Mann namens Rainer Höhling, und der scheint die eigenen Grundsätze wirklich nicht gelesen zu haben und vergreift sich konsequent im Ton. Das ist wirklich tragisch, denn die pfiffigen Leser, die solche Antworten bekommen, ziehen Stefan Niggemeier ins Vertrauen und der waltet seines selbstgefundenen Amtes als eine Art Robin Hood der Printmedienleserschaft. Wo wahres Unrecht geschieht ist er flugs zur Stelle und schiesst mit seinen Worten immer rein in die böse Schar von Pressebeschäftigten, die fehlerhaft arbeiten. Auf die Dauer ein sehr anstrengender Job, weil ja, das ist bekannt, wo Menschen am Werke sind, Fehler passieren.  In diesem Fall aber hat er Glück. Rainer Höhling ist ein phantastischer Gegenpol, denn dieser ist so herrlich selbstverliebt und unfähig, einen Fehler einzuräumen, dass Herr Niggemeier ordentlich viele Treffer landen kann. Allerdings, und da trifft Robin Hood auf Dr. Jekyll & Mr. Hyde, benützt Robin Niggemeier soviel Satzbeschußmittel aus der unteren Schublade, dass ich schlußendlich die Frage stelle, würde Robin Niggemeier bei Fehlern ertappt, würde er sich nicht ähnlich ungeschickt verhalten wie Herr Höhling? Ich fürchte ja, wenn ich mir seine Reaktionen auf den einen oder anderen kritischen Kommentar in seinem Blog so anschaue, Kritik einstecken gehört einfach nicht zu seinen Stärken. Aber, das muß man Herrn Niggemeier zugute halten, er hat keine gegensätzlichen „Grundsätze“ in seinem Blog veröffentlicht, er ist sozusagen vogelfrei und kann sich diese Achillesferse in seinen Augen leisten, ist ja schließlich sein Blog und so weiter. Zusammenfassend gesagt, was ist also passiert? Nichts außer einem Schlag ohne Abtausch!

Dann kriegt Reuters auch noch einen ab: Nächtens veröffentlicht Herr Niggemeier ein Symbolfoto rund um eine Urangst der Männer, es geht um den blutigen Angriff eines Küchenmessers auf einen Penis . Ein butterweiches Roastbeef illustriert das Ganze, perfekt passend für die Kategorie: Alle machen Fehler! Nicht lachen jetzt, Empörung ist gefragt!!! 

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4 Kommentare»

  Jeeves wrote @

Satzbeschußmittel aus der unteren Schublade,

Ist das (und der ganze Artikel, etc.) nur Neid auf Niggemeiers Arbeit?

Auch die Aussage oben:
„Kritik einstecken gehört einfach nicht zu seinen (Niggemeiers) Stärken“
verkehrt die Wahrheit ins Gegenteil. Vielleicht sollten Sie mal „Stefans“ Antworten auf Kommentare in seinem Blog lesen! Die sind immer höflich, nie „beleidigte Leberwurst“, und er läßt durchaus andere Meinungen und Kritik zu.

Tschüss.

  tageblog wrote @

@Jeeves
Neidisch auf „Herrn Niggemeiers Arbeit“ bin ich nicht, warum auch, mein Blog ist nicht meine Arbeit, sondern mein Hobby. Ich habe übrigens nicht geschrieben, dass er die „beleidigte Leberwurst“ gibt, ich kann mich aber durchaus an Antworten erinnern, die meine Vermutung bestätigen. Vielen Dank für Ihren Kommentar.

  Fiasco wrote @

Es ist nicht wirklich wichtig, da ein marginaler Fehler: Aber der von Ihnen als „butterweiches Roastbeef“ bezeichnete Penisersatz ist (immerhin?!) harter Rohschinken …

Die Gratwanderung zwischen berechtigter Kritik der deutschen Medienlandschaft anhand in der Berichterstattung auftretender Fehler und Korinthenkackerei durch Aufzeigen kleinster Fehler ist manchmal sehr schwierig. Soweit ich das beurteilen kann, gelingt Stefan Niggemeier diese Gratwanderung im allgemeinen sehr gut. Das – und nichts anderes – macht seinen Erfolg aus!

  tageblog wrote @

@Fiasco
Vielen Dank für diesen Hinweis bezüglich des von mir übersehenen Rohschinkens, da hat wohl meine Brille versagt 😉
Stefan Niggemeier ist mit seinem Blog – da haben Sie recht – sehr populär, seine Art der Gratwanderung lesen viele Menschen gerne, Preise gibt es auch, das nennt man wohl Erfolg. Nicht alles, was erfolgreich ist, ist gut, oder noch besser gesagt, nicht immer finden ALLE etwas Erfolgreiches IMMER gut.


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