Harriet’s

Spionage aller Art

Kuscheliger Smalltalk mit Herrn Ackermann

13 Millionen Euro Jahresgehalt, bekannt für sein stets präsentes Victoryzeichen und Dauergrinsen, Josef Ackermann himself bei Maybrit Illner. Da träumte man beim ZDF wohl von guten Quoten, wenn man in diesen Zeiten der Bankenmiseren und Finanzkrisen eine ganze Sendung nur mit Herrn Ackermann und Frau Illner macht. Harte Fragen, forsch, so typisch Illner eben oder zumindest so, wie man beim ZDF Frau Illner sieht, so stellte man sich das sicher vor.

Ein sichtlich unbequemer Stuhl für den Banker und zu Beginn auch die eine oder andere unbequeme Frage. Aber besser geschult als früher verzichtete Herr Ackermann auf allzu Plakatives, aber im Grunde genommen ist die Botschaft: In Deutschland kommt es nicht so weit und eigentlich gibt es kein Problem, welches die Deutsche Bank nicht in den Griff bekommen könnte. Wer das glaubt, hat nicht verstanden, dass Banken nicht die Freunde von uns Menschen sind, sondern ganz schlicht Verführer und trickreiche Wegelagerer, die uns ohne mit der Wimper zu zucken, ein „U“ für ein „X“ verkaufen. Und dieser „Wir reden uns selber schön“-Charme von Herrn Ackermann brachte schlußendlich auch die Maybrit Illner zu Fall, denn irgendwann bohrte sie nicht mehr nach und ließ es zu, dass Herr Ackermann ein teuflisch sympatisches Gesicht bekam. Soviel verdient er gar nicht, der Ackermann, da werden Grafiken gezeigt, die zeigen, dass sein Salär gerade mal Taschengeldniveau im internationalen Vergleich hat. Und der Josef möchte zurückgeben, der gute Ackermann, sich karitativ betätigen, oh, wie schön. Und so geht die Sendung zu Ende mit ein paar Sätzen von Frau Illner, die Herr Ackermann ergänzen soll … na, wir wollen ihn doch ein bisschen besser kennenlernen, den Mann, der Rekordumsätze und Massenentlassung in einem Atemzug so sagt, als bestelle er den Apfelkuchen ausnahmsweise mal mit Schlagsahne.

„Für die Europameisterschaft erhoffe ich mir,…“ „…dass Deutschland und die Schweiz im Finale stehen.“ Da lacht das Publikum und freut sich, dass der Schweizer Ackermann so lieb an uns Deutsche denkt. „Die Schweizer reden langsamer als die Deutschen, weil…“ „…weil sie langsamer denken.“ Herrlich, wie komisch der sein kann, brüllendes Gelächter. „Der entscheidende Unterschied zwischen Schröder und Merkel? „Ich habe Frau Merkel als sehr vertrauensvoll empfunden.“ Dann schweigt der Herr Ackermann, grinst ein wenig und das Publikum brüllt anerkennend vor Begeisterung. Was haben wir ihn lieb, den Ackermann, das ist ein Mann!

Und ich frage mich, ob die Deutsche Bank eigentlich gar nicht weiß, wie tief die Banken in der Krise stecken oder ob ich einfach die falschen Zeitungen lese und die kriegen das hin. Aber dann fällt mir ein, wer sich da bei der Illner gut verkauft hat, der heißt Ackermann und der Name steht dafür, dass man über Millionen noch charmant plaudert, die auf der Habenseite bereits  fehlen. Und wenn er gestern fröhlich erklärt, Mannesmann und seine Rolle dort bereits abgehakt zu haben, komisch, ich habe das nicht vergessen. Und das ist auch gut so! 

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