Harriet’s

Spionage aller Art

Archiv für September, 2007

Mein kleinundquergestreiftkariertes Blogziel (1)

Da wurde mir gestern von Kritikern – manche fielen auch meiner subjektiven Zensur zum Opfer – echt zugetraut, ich habe hier tatsächlich vor, ein „Watchblog“ von Stefan Niggemeiers Blog zu werden. Weil ich so phantasielos, so faul und auch so arm bin und mir nichts anderes einfällt.

Oh, ist da nicht ein Denkfehler? Ist das Schreiben über Beeindruckendes (gelesen, gesehen, gelebt, usw.) nicht die Basis von einem Blog? Bei mir schon, so phantasielos bin ich gerne, ich erfinde hier einfach nicht die Welt neu.

Glücklicherweise habe ich ja meine goldenen Blogregeln, also, Jeder, der hier liest, macht dies aus freien Stücken und weiß, mein Blog ist meiner, insofern greife ich die  Anregung  mit Begeisterung auf und werde mich wegen meiner ausgeprägten Ideenlosigkeit als Teilzeit-Niggewatch betätigen, es geht leider nicht immer, das ist selbst mir zu langweilig. Denn auch eine Trilogie der Beiträge beim großen Blogwart, immerhin einem Berufsjournalist,  kann sich als journalistisch aufgemotzter, aber schlußendlich harmloser Lärm um Nichts entlarven. Es ist übrigens nichts so einfach, als Jemanden spitz- oder weniger findig mit Worten zu kritisieren, dazu kann man, ich zitiere mal meine Kritiker, faul, langweilig und arm sein. Huch, das passt ja auch auf Andere ;-)

Ich muß hier glücklicherweise keine bahnbrechenden Beiträge schreiben, denn ich lebe nicht davon, die Hauptsache ist für mich, ich persönlich habe Spaß daran – diese(s/r) Blog ist mein Hobby und deshalb schließe ich mit einem passenden Spruch von Max Goldt:

Man kann nicht alles auf der Welt hochheben und gucken, ob da noch was drunter ist.

Und eh ich es vergesse, ja, ich verlinke meine Beiräge, in denen Stefan Niggemeiers Blog vorkommt, mit seinem Blog. Das gehört zum Bloggen dazu wie das Salz in der Suppe. Und nein, ich kriege nicht für jeden Klick 1 Euro und habe auch sonst nichts davon. Ich freue mich aber, dass es Menschen gibt, die mir einen Euro pro Klick zugetraut haben ;-)

Deutscher Depeschendienst unter Doppelbeschuß von Robin Niggemeier

Gerade hat man die erste „Ungeheuerlichlichkeit“ gelesen, verdaut und sich eine Meinung dazu gebildet, da folgt schon der Nachschlag. Das Prinzip „zwei Mal ist besser als ein Mal“ ist ein beliebtes Mittel bei Herrn Niggemeier.

Was ist passiert? Nun, der ddp hat offensichtlich gegen die eigenen Grundsätze verstoßen! Obwohl, das ist doch etwas Alltägliches im Mediengeschäft, dafür gibt es unzählige Beispiele bei jeder Zeitung und/oder Agentur. Aber lieber zum Fall zurück: Die bei ddp haben also nicht ordentlich recherchiert, haben ausgerechnet von der Bild-Zeitung Dinge als Tatsachen übernommen und, darum geht es im Nachschlag, eine Demonstration klein geschrieben, konsequent, obwohl die Zahlen selbst von der Polizei längst korrigiert waren. Das ist schlimm, aber das kann passieren. Wenn zum Beispiel die falschen Menschen Dienst haben oder die Aufmerksamkeit auf die einzelne Nachricht nachgelassen hat, weil es so viele Nachrichten jeden Tag gibt – Journalisten sind doch immer überarbeitet, die Armen - oder weil die Agentur unterbesetzt ist oder weil Irgendwer einen Fehler gemacht hat. Also normaler Alltag, der mit einer einfachen Entschuldigung erledigt werden könnte.

Nun haben sich aber Leser beschwert und die kriegten dann Antworten vom Stellvertreter des Chefredakteurs, ein Mann namens Rainer Höhling, und der scheint die eigenen Grundsätze wirklich nicht gelesen zu haben und vergreift sich konsequent im Ton. Das ist wirklich tragisch, denn die pfiffigen Leser, die solche Antworten bekommen, ziehen Stefan Niggemeier ins Vertrauen und der waltet seines selbstgefundenen Amtes als eine Art Robin Hood der Printmedienleserschaft. Wo wahres Unrecht geschieht ist er flugs zur Stelle und schiesst mit seinen Worten immer rein in die böse Schar von Pressebeschäftigten, die fehlerhaft arbeiten. Auf die Dauer ein sehr anstrengender Job, weil ja, das ist bekannt, wo Menschen am Werke sind, Fehler passieren.  In diesem Fall aber hat er Glück. Rainer Höhling ist ein phantastischer Gegenpol, denn dieser ist so herrlich selbstverliebt und unfähig, einen Fehler einzuräumen, dass Herr Niggemeier ordentlich viele Treffer landen kann. Allerdings, und da trifft Robin Hood auf Dr. Jekyll & Mr. Hyde, benützt Robin Niggemeier soviel Satzbeschußmittel aus der unteren Schublade, dass ich schlußendlich die Frage stelle, würde Robin Niggemeier bei Fehlern ertappt, würde er sich nicht ähnlich ungeschickt verhalten wie Herr Höhling? Ich fürchte ja, wenn ich mir seine Reaktionen auf den einen oder anderen kritischen Kommentar in seinem Blog so anschaue, Kritik einstecken gehört einfach nicht zu seinen Stärken. Aber, das muß man Herrn Niggemeier zugute halten, er hat keine gegensätzlichen „Grundsätze“ in seinem Blog veröffentlicht, er ist sozusagen vogelfrei und kann sich diese Achillesferse in seinen Augen leisten, ist ja schließlich sein Blog und so weiter. Zusammenfassend gesagt, was ist also passiert? Nichts außer einem Schlag ohne Abtausch!

Dann kriegt Reuters auch noch einen ab: Nächtens veröffentlicht Herr Niggemeier ein Symbolfoto rund um eine Urangst der Männer, es geht um den blutigen Angriff eines Küchenmessers auf einen Penis . Ein butterweiches Roastbeef illustriert das Ganze, perfekt passend für die Kategorie: Alle machen Fehler! Nicht lachen jetzt, Empörung ist gefragt!!! 

Anne Will keiner

Wenn Frau Will am Sonntagabend auf dem Bildschirm dezent begrüßend lächelt, zappen rund 3 Millionen weg, also mal fernsehdeutsch gesagt, die Quoten gehen in den Keller. Woran mag das liegen? War Frau Christiansen etwa so viel besser oder nur blonder? Nein, ich persönliche glaube, der englische Sonntagskrimi im Zweiten ist des Rätsels Lösung, denn der ist in der Regel spannender, als der gepflegte Polittalk nach dem Tatort. Zweimal Krimi am Abend, das stärkt für die neue Woche, denkt sich der Zuschauer und irgendwie gehöre ich auch dazu. Mir hängen diese „Was sagen Sie denn dazu, dass … „-Runden mit geschniegelten Herren und beineüberschlagenden Damen - diese, das gehört sich wohl so, entschieden in der Unterzahl – schon lange zum Hals heraus. Und da ist es mir egal, wer es moderiert – mein persönlicher Sonntagsabendkrimi geht nämlich so: Ich morde um 21:45 Uhr mittels Fernbedienung! 

Widerspruch, ick hör dir trapsen

Endlich verstehe ich den Sinn der Überschrift „Wollt Ihr den totalen Widerspruch“ . Das ist eine neue Form der Beschäftigungstherapie für Kommentatoren, die sich widersprechen möchten. Viele, sehr viele Tage lang … wahrscheinlich eine neue Klasse der Blogunterhaltungsbranche. Kommentare zur Selbstdarstellung – ja, bitte. Ich weiß es besser, ätsch … und das im lockeren Wechsel. Warte, warte nur ein Weilchen, dann kann ich auch noch mal widersprechen. Um was geht es? Das Klima? Die Sonne scheint, der Wald ist grün, also, alles klar auf der Andrea Doria. Halt, da fehlt jetzt noch der Widerspruch. Wo ist der geblieben? Ich will mit-widersprechen. Cool, ich finde das Klima prima, das reimt sich auch und früher gab es auch schon eine Eiszeit und die Arche Noah war doch auch ganz toll. Und wer den Wandel, den klimatischen, moniert, der soll jetzt mal Fakten bringen! Und ob die stimmen oder nicht, das sagt Euch gleich das fahle Licht des nächsten Kommentars.

Weiße Rosen aus Athen

Nana Mouskouri bekam am 22. September 2007 im Alter von 72 endlich die Platin-Stimmgabel für ihr Lebenswerk.  Ich finde das sehr gerecht, denn seit ich ihr Album „Nana Mouskouri in New York“ gehört habe, ist sie für mich eine ganz besondere Sängerin und nicht mehr nur die Griechin mit der hässlichen Hornbrille und ihrem Hit von 1962 „Weiße Rosen aus Athen“. Von dem tollen Album, auf dem sie in New York unter der Leitung von keinem geringeren als Quincy Jones eine Reihe von Jazz-Standards aufnahm, empfehle ich Jedem mal eine Hörprobe. Warum dieses Album solange in den Schubladen – fast 40 Jahre – schmorte, bleibt unverständlich. Seichte Schlager wurden leider ihr Schicksal, obwohl sie durchaus so etwas wie eine zweite Liza Minelli hätte werden können, die Stimme dazu hat(te) sie allemal. 

Sonntags in Bloghausen

Ohne „sich in Rage zu schreiben“, verlinkt Herr Niggemeier das Blog, welches man auch als Rheinfall von Schaffhausen bezeichnen könnte, wenn man sich denn die Mühe macht, zu lesen, was der dafür verantwortliche Herr so schreibt. Für mich ein klarer Fall von Selbstüberschätzung des Bloginhabers! Aber immerhin, er hat es in den redaktionellen Teil von Herrn Niggemeier geschafft, auch negative Werbung ist eine solche.

Insgesamt erschreckend, was da so kurz verlinkt ist beim Herrn Niggemeier, da bleibt einem das Sonntagsbrötchen  schnell im Hals stecken und das Kleenex in der Box, denn vom „amerikanischen Traum“ einer Homoehe über den Schweizer Mediensprung für die Callactives dieser “Welt“ und den Basteltipp für Fragezeichen, (naja, das kommt immer gut) bis zum omnipräsenten Klimawandel, so kurz angerissen ohne Butter und Marmelade ist das Ganze nur schwer … verdaulich und willkürlich. Vielleicht aber ist das die persönliche Note, die Herr Niggemeier seinem Blog geben möchte, seine private Blogreise … sein kleiner Blogblick. Und dann muß ich auch nicht verstehen, was ihn zu dieser grenzwertig wahllosen Zusammenstellung trieb.  

Goldt für den Samstag

Man lechzt auch nach Mittelmaß, wenn man das Gefühl hat, es werde einem ungerechterweise vorenthalten. (Max Goldt)

Kuscheliger Smalltalk mit Herrn Ackermann

13 Millionen Euro Jahresgehalt, bekannt für sein stets präsentes Victoryzeichen und Dauergrinsen, Josef Ackermann himself bei Maybrit Illner. Da träumte man beim ZDF wohl von guten Quoten, wenn man in diesen Zeiten der Bankenmiseren und Finanzkrisen eine ganze Sendung nur mit Herrn Ackermann und Frau Illner macht. Harte Fragen, forsch, so typisch Illner eben oder zumindest so, wie man beim ZDF Frau Illner sieht, so stellte man sich das sicher vor.

Ein sichtlich unbequemer Stuhl für den Banker und zu Beginn auch die eine oder andere unbequeme Frage. Aber besser geschult als früher verzichtete Herr Ackermann auf allzu Plakatives, aber im Grunde genommen ist die Botschaft: In Deutschland kommt es nicht so weit und eigentlich gibt es kein Problem, welches die Deutsche Bank nicht in den Griff bekommen könnte. Wer das glaubt, hat nicht verstanden, dass Banken nicht die Freunde von uns Menschen sind, sondern ganz schlicht Verführer und trickreiche Wegelagerer, die uns ohne mit der Wimper zu zucken, ein „U“ für ein „X“ verkaufen. Und dieser „Wir reden uns selber schön“-Charme von Herrn Ackermann brachte schlußendlich auch die Maybrit Illner zu Fall, denn irgendwann bohrte sie nicht mehr nach und ließ es zu, dass Herr Ackermann ein teuflisch sympatisches Gesicht bekam. Soviel verdient er gar nicht, der Ackermann, da werden Grafiken gezeigt, die zeigen, dass sein Salär gerade mal Taschengeldniveau im internationalen Vergleich hat. Und der Josef möchte zurückgeben, der gute Ackermann, sich karitativ betätigen, oh, wie schön. Und so geht die Sendung zu Ende mit ein paar Sätzen von Frau Illner, die Herr Ackermann ergänzen soll … na, wir wollen ihn doch ein bisschen besser kennenlernen, den Mann, der Rekordumsätze und Massenentlassung in einem Atemzug so sagt, als bestelle er den Apfelkuchen ausnahmsweise mal mit Schlagsahne.

„Für die Europameisterschaft erhoffe ich mir,…“ „…dass Deutschland und die Schweiz im Finale stehen.“ Da lacht das Publikum und freut sich, dass der Schweizer Ackermann so lieb an uns Deutsche denkt. „Die Schweizer reden langsamer als die Deutschen, weil…“ „…weil sie langsamer denken.“ Herrlich, wie komisch der sein kann, brüllendes Gelächter. “Der entscheidende Unterschied zwischen Schröder und Merkel? „Ich habe Frau Merkel als sehr vertrauensvoll empfunden.“ Dann schweigt der Herr Ackermann, grinst ein wenig und das Publikum brüllt anerkennend vor Begeisterung. Was haben wir ihn lieb, den Ackermann, das ist ein Mann!

Und ich frage mich, ob die Deutsche Bank eigentlich gar nicht weiß, wie tief die Banken in der Krise stecken oder ob ich einfach die falschen Zeitungen lese und die kriegen das hin. Aber dann fällt mir ein, wer sich da bei der Illner gut verkauft hat, der heißt Ackermann und der Name steht dafür, dass man über Millionen noch charmant plaudert, die auf der Habenseite bereits  fehlen. Und wenn er gestern fröhlich erklärt, Mannesmann und seine Rolle dort bereits abgehakt zu haben, komisch, ich habe das nicht vergessen. Und das ist auch gut so! 

Fliegenklatsche ohne Stil

Die Kommentarbremse  weiter ausgeschaltet, legt Stefan Niggemeier noch einen drauf in Richtung PI. Quasi als Beweis für den Beweis, dass sein erster Beitrag noch richtiger als richtig ist. Das verstehe wer will, ich finde, das macht den ersten Beitrag irgendwie kleiner, denn eine solche Meldung – „guckt  mal alle her, die haben noch mal Mist gebaut“ – steht dafür, dass Stefan Niggemeier der Meinung war, er müsse seinen ersten Beitrag unbedingt untermauern. Wenn die Nachricht schon so überaus wichtig war, warum dann nicht einfach in einem Nachsatz? Ein Doppelfeuer ohne Kommentarmöglichkeit? Trotz inhaltlichem Solidaritätsgefühl bei mir, nicht zuletzt weil der Gegner der Rechtsausleger PI ist, irgendwie gefällt mir dieser Stil nicht. Aber vielleicht macht das der Profiblogger so, Nachtreten um das Geschriebene zu untermauern. Und deshalb heute meine Beitragseröffnung des Tages: Er hat es schon wieder getan, schaut alle her, Stefan Niggemeier zieht schon wieder die Kommentarbremse!

Gottseidank hat Herr Niggemeier aber nun ein öffentlich-rechtliches Opfer gefunden, das Mist gebaut hat. Eine Frau – herrlich, dann mal alle die Wortmaschinengewehre anlegen und immer schön drauf. Diesmal kann nach Herzenslust kommentiert werden. Frau Kuhlenkampff wird bereuen, dass sie mit ihrem sicherlich eher unüberlegten Geplapper Herrn Niggemeier diese Vorlage geliefert hat. Ich spüre da eher eine große Unsicherheit bei ihr, das Internet ist wirklich nicht Jedermanns Sache und zu ihrem Tagesglück wird sie den Beitrag von Herrn Niggemeier auch wohl nicht finden, denn sie scheint mir wenig kundig im Internet. Da braucht sie Nachhilfestunden, das ist wahr, aber sie hat irgendwie meine Sympathie, weil ich mir vorstellen kann, dass einem solche, von mir aus auch groben, Fehleinschätzungen unterlaufen können – und das macht sie in meinen Augen eher besonders menschlich. Aber ich bin ja auch nicht Medienjournalistin, sondern eine bekennende öffentlich-rechtliche Kundin und gleichzeitig You-Tube-Verachterin! Das Herr Bellut nun so viel schlauer geplappert hat, das kann ich übrigens nicht finden, er hat nur die Fliegenklatschenvorlage nicht geliefert und ist zum Abwatschen in einer Internetkolumne in Herrn Niggemeiers Augen wohl weniger gut geeignet. That’s entertainment, oder?

Last exit Kommentarbremse

Huch, warum ist denn die Kommentarfunktion beim Beitrag „Factually Incorrect” deaktiviert?

Marco — 18. September 2007, 17:45  #

weil’s mir viel stress erspart. ich bitte deshalb auch darum, nicht hier zu dem thema zu kommentieren.

Stefan — 18. September 2007, 17:58  #

@Stefan

Alles klar. ;-)

Marco — 18. September 2007, 18:20  #

Stefan Niggemeier schaltet die Bremse ein, um sich Stress zu ersparen. Seine Gegner sind diesmal die  sogenannten Rechtsausleger von PI, diese sind, das ist jedem klar, bei weitem nicht so konsequent schweigsam wie zuletzt Alice Schwartzer, sondern eher Garanten für einen harten Schlagabtausch in den Kommentaren.

Trotzdem, ich bin der Meinung, dass Herr Niggemeier sich entweder die Arbeit machen sollte, seine Kommentare konsequent zu moderieren (das würde so dann und wann auch die Qualität der Diskussion steigern) oder aber  die Kommentare grundsätzlich zuzulassen. Nach eigenem Belieben frei oder gar nicht, dass ist mir irgendwie unsympatisch und riecht nach sehr eigenwilliger Zensur als Mittel gegen Stressbewältigung (s.o.).

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